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Wie bekommen wir die Kuh vom Eis?

Oder :  Sieht so etwa ein klerikaler Dialog über Kirchenkrise und Messritus  aus?


A: Wo ist denn unsere Milchkuh hin?
B: Keine Ahnung. Wovon sprichst du?
A: Von unserer guten alten Kuh, sie ist weg.
B: Sicher? Und was ist das dann für ein Tier?
A: Oh nein, die Stalltür steht ja offen.
B: Ja, ich musste dringend lüften.
A: Stalltüren müssen immer verschlossen sein.
B: Ich wollte, dass die Kinder den leckeren Duft der Milch riechen können. Und woher sollte ich denn wissen, dass diese Milchkuh gleich hinaus rennt.
A: Sieh dort. Unsere kostbare Kuh ist auf dem Eis. Du hast sie auf das Eis getrieben.
B: Ich habe nur die Tür geöffnet.
A: Du bist schuld.
B: Wir haben noch die andere Milchkuh.
A: Du meinst deine Ziege, die so aussieht als ob. Das ist erstens keine Kuh und zweitens schmeckt Ziegenmilch zu streng. Wer will die schon? Aber diese da ist die wirklich Kuh. Und die gibt am meisten Milch. Holt die Kuh vom Eis.
B: Wenn das Eis schmilzt, wird sie schon ans Ufer kommen.
A: Die kostbare Kuh wird durch das Schmelzen des Eises im See ertrinken. Die schöne Milch. Das Eis ist gefährlich. Die Stalltür muss geschlossen werden.
B: Du kannst sie ja rufen.
A: Warum sollte ich die Stalltür rufen? Man läßt Stalltüren erst gar nicht offen stehen.
B: Ich muss jetzt die andere Kuh melken.
A: Du meinst die Ziege.
B: Milch ist Milch.
C: Wenn man eine Kuh zu lange nicht melkt, ist das sehr schlecht für sie und für uns.
A: Wo kommst du denn her? Ich bin der Retter der Milchkuh, denn ich habe die geöffnete Stalltür bemerkt.
B: Die Milch aus dem Stall reicht aus.
C: Aber Ziegenmilch ist keine Kuhmilch.
B: Milch ist Milch.
C: Kuhmilch ist das Original. Das trinken meine Kinder. Ziegenmilch trinken sie nicht.
B: Willst du etwa behaupten Ziegenmilch sei keine Milch?
A: Rettet die Kuh mit ihrer Milch vom Eis. Und hört auf Ziegen zu melken.
C: Hier. Ich war bei unserer Kuh und habe sie gemolken.
A: Man darf sie nur im Stall melken. Draußen ist es zu gefährlich. Warum sagst du ihm nicht, dass die Kuh vom Eis geholt und die Stalltür geschlossen werden muss?
C: Die echte Kuh gibt herrliche Milch, da hast du recht. Ich gehe wieder hin und melke sie.
B: Ach wozu? Die andere Milch ist auch gut.
A: Ihr dürft nur die alte Kuh und nur im Stall melken. Und die andere Milch dürft ihr nicht trinken.
C: Echt gut diese Milch. Man hätte die gute alte Milchkuh nicht aus dem Stall gehen lassen sollen. Wenn ich wieder Zeit habe, gehe ich wieder hinaus aufs Eis.
A: Sieht denn niemand wie kostbar ihre Milch ist, wenn die Kuh im Stall gemolken wird? Also macht endlich die Stalltür zu.
B: Langsam wird die Milch im Stall knapp, obwohl gar nicht so viele kommen um Ziegenmilch zu trinken. Seltsam.
C: Ziegen geben nicht so viel Milch wie Kühe und anders schmeckt sie auch.
B: Ach sei still du altmodischer Fanatiker.
C: Na kommt ihr beiden, wir gehen und holen zusammen die Kuh vom Eis.
A: Wenn ich nicht wäre, hätte niemand gemerkt, das die Milch einer Ziege kein Ersatz ist.
B: Ich habe keine Lust aufs Eis zu gehen. Im Stall ist es gemütlicher, selbst wenn ich dort draußen wieder Milch trinken könnte.
A: Die Stalltür muss geschlossen werden.
C: Hier hast du etwas von der köstlichen Milch der echten Kuh. Auch wenn sie auf dem Eis ziemlich friert.
A: Sehr ihr? Jetzt habt ihr keine Milch mehr. Auf das Eis zu gehen, zu melken und dann die Milch in den Stall zu tragen ist falsch. Weil man die Kuh im Stall melken muss, müsst ihr endlich die Stalltür schließen.
C: Und wie schmeckt dir die Milch?
B: Gar nicht mal so schlecht.
A: Du hättest sie gar nicht melken dürfen, denn du sagst ihm ja nicht, dass er die Tür schließen muss.
B: Besser als von der Ziege.
A: Hallo, ich bin auch noch da.
B: Ach du rückwärts gewandter Betonkopf.
C: Dann lass uns die Kuh holen, im Stall melkt es sich besser und der Transport der Milch ist dann nicht so weit.
B: Wir zu zweit? Da brauchen wir einen dritten Mann.
C: Es wäre gut, wenn er auch mitkäme. Dann holen wir die Kuh zusammen vom Eis.
A: Ich bin dazu da, die Kuh im Stall zu melken. Auf dem Eis ist es zu gefährlich und ohne mich hättest du dich doch gar nicht an die Kuh erinnert.
B: Vielleicht wäre es tatsächlich gut, wenn er mitkäme. Obwohl ich ihn nicht leiden kann.
C: Sag ich doch.
A: Ihr habt die Stalltür nicht geschlossen.
B: Also gut, wir holen die Kuh zu zweit vom Eis.
C: Gerne.
A: Geht nicht auf das Eis, das ist zu gefährlich, wenn die Stalltür offen ist. Melkt die Kuh nur, wenn sie im Stall steht.
B: Vielleicht solltest du die Kuh noch einmal melken, bevor wir sie vom Eis holen. Ich bleib noch etwas hier im gemütlichen warmen Stall.
A: Wieso hört ihr mir nicht zu? Das ist eine Falle. Ich bin der Melkspezialist.
C: Wir trinken dann gleich draußen auf dem Eis etwas Milch, dann haben wir mehr Kraft um die Kuh vom Eis zu holen.
A: Man darf auf dem Eis keine Milch trinken. Ihr solltet endlich die Stalltür schließen um nicht auf´s Glatteis geführt zu werden.
C: Hier, bitte. Und wenn du ausgetrunken hast, zieh mal bitte an diesem Strick hier.
B: Ich bin hier der Chef. Zieh du doch.
A: Ich wußte doch, dass er es nicht ernst meint. Die Stalltür hat er auch nicht geschlossen. In Wirklichkeit ist er gar kein Melker.
C: Ja, du bist der Chef. Und ich werde ziehen.
B: Mehr nach links und pass auf, dass du nicht ausrutschst.
C: Solange du ihr im Weg stehst, traut sie sich nicht.
B: Renn doch nicht so mit der Kuh am Strick.
C: Erstens renne ich nicht, zweitens stehst du im Weg und drittens würden wir jetzt gerne vom Eis runter, bevor es schmilzt.
A: Siehst du, das wird nichts. Und ihr hättet auch keine Milch auf dem Eis trinken dürfen - erst recht nicht, wenn die Stalltür offen ist.
B: Ich bin der Chef, also mach ganz langsam und vorsichtig.
C: Ja, du bist der Chef. Und du stehst im Weg.
B: Ich schlag der alten Kuh einfach mal richtig eins hinten drauf. Haha.
C: Danke, wie "hilfreich".
B: Oh nein, jetzt läuft sie ja wirklich.
C: Ja, du bist der Chef. Und ohne dich wäre sie schon früher gelaufen.
B: Was sollen diese Frechheiten?
A: Hier geht es zum Stall. Und erst im Stall wieder melken. Hier lang.
C: Schön auf dieser Wiese hier. Hier kann sie erst einmal richtig fein grasen. Dann werde ich sie melken und anschließend die Milch gleich an die Kinder verteilen. Die wissen ja noch gar nicht wie sie schmeckt.
A: Ich bin der Melkspezialist und ich habe immer gesagt, die Kuh gehört nicht auf das Eis. Was wäret ihr ohne mich?
B: Ich habe doch immer gesagt, nur die alte Kuhmilch ist richtige Milch. Kommt, wir gehen in den Stall, da ist es gemütlich.
A: Wenn du wieder die Kuh melkst, obwohl die Tür immer noch offen ist, dann komm ich nicht mit. Schließlich habe ich die Kuh vom Eis gerettet.
B: Nein, ich melke nicht. Das macht er doch draußen auf der Wiese.
C:  Wenn man eine Kuh zu lange nicht melkt, ist das sehr schlecht für sie und für uns.
A: Oh nein. Man darf nur im Stall melken. Ich bin der Melkspezialist für Türschließungen.
C: Endlich können alle Kinder die gute Milch der einzig wahren Milchkuh trinken.
A: Hier sind die Baupläne für Ställe, deren Türen nicht zu öffnen sind.
B. Komm. Ich gehe in den gemütlichen Stall.
A: Was soll ich da, wenn die Tür weiter offensteht und du nicht die Wahrheit über Türschlieken und Melßung von mir annimmst?
B: Dann gehe doch zu ihm und hilf ihm.
A: Man darf nicht auf der Wiese bei geöffneter Stalltür melken. Ich weiß das und ich werde immer die Wahrheit verteidigen. Also schließe endlich die Tür, dann ist die Kuh wieder im Stall.
C: Ja, liebe Kinder trinkt die Milch in kräftigen Schlucken. Und dann werden wir den Stall in Ordnung bringen.
A: Man darf den Stall erst in Ordnung bringen, wenn die Tür gemolken und die Kuh geschlossen ist. Hier sind die Zeichnungen.
B: Ach ist das gemütlich hier. Mach mal die Tür zu, bevor der mit den Kindern und der Kuh wieder rein kommt und alles wieder in Ordnung bringt. Tür zu!
A: Ja! Zu! Und zwar von außen! *bumm* Jetzt bin ich dich los. Haha. Du bist ja auch gar kein Melker. Ich geh jetzt zur Kuh.
C: So Kinder, macht die Tür auf und bringt die Kuh hinein. Die beiden Streithammel müssen jetzt ausmisten, während wir Milch trinken.

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